Am 21.08.2025 um 12:45 Uhr war es soweit. Und meine Reise begann, zuerst mit dem Auto nach Berlin, wo es dann zum großen Abschied kam. Mein Flug startete um 19:15 Uhr, by the way mein erster Flug überhaupt, während der Landung ging über Frankfurt die Sonne unter,  überflüssig zu sagen, dass ich nur staunen konnte.
In Frankfurt hab ich nach knapp 2 Wochen meine Mitfreiwilligen wieder gesehen, wir kannten uns lediglich durch unser neuntägiges Vorbereitungsseminar, aber die Stimmung war trotzdem super. Gegen 22:30 Uhr ging es dann in den nächsten Flieger und frühmorgens am nächsten Tag sind wir in Johannesburg gelandet.
Im Nachhinein betrachtet, haben wir im Anschluss etwas nicht besonders schlaues getan. Wir sind nämlich aus dem Sicherheitsbereich raus, weil einem von uns gesagt wurde, dort nach userem Gepäck zu schauen, letztenendes war das jedoch überflüssig.
Dementsprechend mussten wir aber nochmal durch die Security, doch wurde die Zeit langsam knapp. Hilfsbereites Flughafenpersonal hat uns die Verzweiflung scheinbar angesehen und uns nochmal zum Check-in und anschließend zu einer separaten Security Station gebracht, wo wir dann auch easy durch kamen. Letztenendes war der ganze Stress umsonst, da unser Flug sich um gute 2h nach hinten verlagert hat. 
In Blantyre wurden wir mega herzlich von unserem Chef, Mentor und noch ein paar anderen in Empfang genommen und zu unserer Unterkunft gebracht.
Nach kurzer Roomtour und Briefing, gingen wir ins Baumhaus, da wir ja noch nicht einkaufen konnten. Das Baumhaus ist ein kleines Restaurant auf Campus unsere Unterkunft. Mit cosy Location haben wir unseren ersten Abend entspannt ausklingen lassen.


Die Tage danach waren gelinde gesagt aufregend. Bereits am ersten Abend wurden wir auf eine Hochzeit eingeladen, welche wir dann auch am nächsten Tag besuchten. Jedoch startete der Samstag erstmal unspektakulär mit wichtigen Dingen, wie einkaufen, Geld abheben und malawischen Simkarten beschaffen. Abends waren wir nochmals im Baumhaus (ich glaub wir hatten Stromausfall) und haben dort dann auch eine Verlobung miterlebt.
Sowohl Hochzeit als auch Verlobung waren in Teilen unterschiedlich zu Deutschland. Die Hochzeit hatte ein festes Programm, welches auf Karten zu finden war. Es waren bestimmt 300-400 Personen anwesend, wobei die Gesellschaft unterteilt war, einige (vermutlich Verwandte und Freunde) saßen an runden Tischen und andere in Stuhlreihen dahinter. Es wurde viel getanzt und gleichzeitig Geld in Körbe geworfen, was ein Geschenk an das Brautpaar war.
Spannend fand ich auch, dass die Torte lediglich vom Brautpaar und nicht während der Feier gegessen wird, sie wurde lediglich angeschnitten. Eingepackte Stücke wurden an ein paar Gäste verteilt, welche von bestimmten Pärchen mit Körben ausgegeben wurden.
Die ganze Zeit herrschte eine ausgelassene und energetische Stimmung, die für mich einfach nur ansteckend war.
Wie bereits gesagt, erlebten wir auch eine Verlobung. Der Kellner brachte einen Teller, auf dem die Ringschachtel und die Aufschrift „Will you marry me“ stand. Soweit so unspektakulär, dann zog der Mann (vorher auch immer) einen Blumenstrauß und Fotografen kamen hoch und lichteten die beiden ab, was dann auch der Part war, der mich am meisten überrascht hat und sich meiner Meinung nach am meisten von Deutschland unterscheidet, ich wage nicht auszuschließen, dass das ein Einzelfall war und das sowas nicht auch in Deutschland passiert, jedoch hatte ich einfach bis dato nichts in die Richtung miterlebt.

Auf der Hochzeit


Am nächsten Tag haben wir eine Kirche besucht, wobei ich hier wenig Vergleiche ziehen kann, da ich in Deutschland nie zu einer Messe gegangen bin. Es wurde von verschiedenen Gruppen viel gesungen und teilweise auch getanzt. Ich war jedoch ein bisschen überrumpelt, als alle Besucher, demnach auch wir, nach vorne gebeten wurden, um uns der Kirchengemeinde vorzustellen. Den restlichen Nachmittag haben wir entspannt, nachdem wir nochmals einkaufen waren und das erste Mal selbst gekocht haben. Das lief jedoch so semi, da wir kein Nudelsieb hatten und uns die Hälfte der Nudeln ins Waschbecken gefallen ist, kann ja nicht immer alles glatt laufen.
Abends wurden wir dann von unserem Mentor in ein vegetarisches Restaurant eingeladen. Dort haben sich dann ein paar von uns Limonade bestellt, jedoch mit der Bitte OHNE Eis. Irritierend?
Die Begründung ist relativ simpel, die meisten Eiswürfel werden mit Leitungswasser hergestellt, jedoch sollte man das Leitungswasser hier aufgrund von Keime und Bakterien nicht trinken, solange man es nicht auf Probleme mit Magen und Darm abgesehen hat oder bereits daran gewöhnt ist. Nichtsdestotrotz hat die Limonade geschmeckt, genau wie das Essen.
Spannend waren aber vor allem, die Gespräche mit unserem Mentor, die mir vor Augen führten, wie wenig ich über die Geschichte von anderen Ländern weiß. Hier lernen Kinder in der Schule bereits ab der 2/3 Klasse von der Kolonialisierung und über die Geschichte Europas. Ich hab bei mir auf der Schule soooo viel später damit angefangen und auch garnicht über die deutsche Kolonialzeit gesprochen, genauso aufgeschmissen wäre ich, wenn mich jemand nach der Geschichte Chinas oder Argentiniens fragen würde. Ich war jedoch nie besonders gut in Geschichte, also vielleicht liegt das auch einfach an mir.

Das Baumhaus

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